10. Oktober 2019

Thema des Tages 10

Berufliche Bildung gemeinsam weiterdenken

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

die Überschrift ist zugleich das Thema der VLB-Fachtagung am 23. November 2019 in Nürnberg. Der VLB hat gemeinsam mit dem Kultusministerium, dem ISB und der Akademie Dillingen eine hochkarätige Veranstaltung organisiert.

Pädagogik der Zukunft

Wie sieht die Arbeitswelt in 10 Jahren aus? Welche Kompetenzen brauchen unsere Auszubildenden, damit sie sich auf dem Arbeitsmarkt behaupten können? Wie sieht ein Klassenzimmer in 10 Jahren aus? Welche Pädagogik brauchen wir in der Zukunft? Solche und ähnliche Fragen diskutieren wir in Nürnberg.

Natürlich kann niemand in die Zukunft schauen, aber wir können uns vorbereiten. Gerade im beruflichen Bereich müssen wir den Unterricht ständig an den aktuellen Stand der Technik und der Wirtschaft anpassen. Wer hier den Anschluss verliert, verliert sehr schnell den Zugang zu den Schülerinnen und Schülern. Dies müssen wir vorbeugen, um unser hervorragendes Ansehen bei unseren Dualen Partnern nicht einzubüßen. Auch wenn man immer den Spruch hört „Die Technik muss der Pädagogik dienen“, so ist das gerade bei uns an den beruflichen Schulen umgekehrt. Wir müssen unsere Pädagogik ständig der aktuellen Technik anpassen.

Zu diesem Thema diskutieren am Vormittag:

  • Ministerialdirigent German Denneborg, Bayerisches Staatsministerium
  • Prof. Dr. Uwe Walwei, IAB
  • Janina Nakladal, Celonis
  • Uwe Ritthammer, DATEV
  • Pankraz Männlein, VLB
  • Prof. Dr. Karl Wilbers übernimmt die Moderation.

Lernraum Zukunft

Wir diskutieren nicht mehr darüber, ob wir ein Tablet oder einen Laptop im Unterricht verwenden, oder ob wir eine Breit-bandanbindung und WLAN benötigen. Das sind Grundvoraussetzungen für modernen Unterricht. Da es momentan sehr viele Unterstützungsangebote von Seiten des Kultusministeriums gibt, bieten Mitarbeiter der Regierung von Mittelfranken einen Arbeitskreis zu diesem Thema am Nachmittag an.

Die ALP Dillingen stellt unter dem Titel „Lernraum ZUKUNFT“ kreative Ideen vor, wie die Schule in Zukunft aussehen könnte.

Unsere Frage muss sein, wie wir unsere beruflichen Schulen fit für die Zukunft machen können.

Viele berufliche Schulen haben heute schon kreative Lösungen geschaffen. Dazu gibt es einige sehr interessante Workshops am Nachmittag. Die Berufsschule Haßfurt stellt das Modell „IT qualifiziert – Das Abiturmodell“ vor. Doppellehre Wirtschaft und Technik wird von der Berufsschule Eichstätt vorgestellt.

Heute schon zeichnet sich ab, dass immer mehr Firmen gerade im kaufmännischen Bereich, lieber einen Hochschulabsolventen mit Bachelor-Abschluss einstellen, anstatt selber eine duale Ausbildung anzubieten. Da müssen wir beruflichen Schulen überlegen, welche Zusatzqualifikationen die Schülerinnen und Schülern bei uns erwerben werden können, um hier eine echte Alternative zum Studium zu haben.

Alternativen zum Studium

Umgekehrt versuchen manche Hochschulen ein Angebot für Studienabbrecher aufzubauen. Da müssen wir beruflichen Schulen einspringen, nicht die Hochschulen. Wir haben neben den Berufsschulen auch noch unsere Berufsfachschulen, Fachschulen und Fachakademien. Diese sind eine hervorragende Alternative zum Studium. Wir müssen aber selbstbewusster auftreten. Wenn unsere Technikerschulen damit werben, dass man nach dem Abschluss auch studieren kann ist das zwar richtig, aber das kann ja nicht unser eigentliches Ziel sein. Wir müssen zeigen, dass unsere Absolventinnen und Absolventen auf dem Arbeitsmarkt gesucht werden und dass sie sehr gute Verdienstmöglichkeiten haben.
 

Überlegen Sie, was in Ihrer Region benötigt wird! Was könnte an Ihrer Schule zusätzlich angeboten werden, um den Ausbildungsberuf attraktiver zu gestalten? Denken Sie daran, dass es immer mehr Schülerinnen und Schüler mit Abitur gibt.

Andererseits gibt es auch Jugendliche ohne Ausbildungsplatz, für die Sie ein kreatives Konzept ausarbeiten können. Unser Ziel muss sein, dass auch diese Jugendlichen in ein Arbeitsverhältnis gebracht werden.

Natürlich dürfen wir die „schwachen“ Schülerinnen und Schüler nicht vergessen. Auch für diese Gruppe können wir uns Unterstützungsangebote überlegen. Sie haben sicher gerade gedacht: „Ja, ja, möchten wir ja alles machen, aber wir haben ja keine Lehrer!“

Lehrernachwuchs sichern

Auch hier können Sie selber zur Nachwuchssicherung beitragen, damit wir unseren Nachwuchs sichern können. Gerade unsere FOSBOS-Absolventinnen und -Ab-solventen müssen wir dafür begeistern, dass sie ein Lehramt an beruflichen Schulen studieren. Machen Sie selber Werbung für unseren Beruf! Kein anderes Lehramt ist so kreativ und ändert sich so schnell wie das an den beruflichen Schulen.

Gegeneinander – nebeneinander – miteinander? Was ist wohl besser? Bei der Vorbereitung der Fachtagung gab es nur ein Miteinander! Gemeinsam mit dem Kultusministerium, MR Dr. Alfons Frey und MR Jochen Hofmann, dem ISB, Thomas Hochleitner, der ALP Dillingen, Johannes Bronnhuber und Roland Endres, haben wir die Fachtagung vorbereitet. Einen herzlichen Dank für die Mithilfe bei der Vorbereitung zu der Fachtagung. Ebenso möchte sich der VLB schon jetzt bei allen Referentinnen und Referenten für die Teilnahme an der Fachtagung bedanken. Wir freue uns, Sie am 23. November in Nürnberg begrüßen zu dürfen.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Christian Wagner
Stellvertretender Landesvorsitzender