VLB-Pressemitteilung
Reaktion auf Hymnenpflicht bei Schul- und Berufsabschlüssen
Hinter diesem Antrag steckt nach unserer Auffassung der Wunsch nach einer Wiederbelebung von integrativen, gemeinschaftsstiftenden Ritualen, was auch aus der Begründung des JU-Antrags deutlich wird.
Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Zersplitterung der Gesellschaft und dem Verlust an Bindung an die bisherigen Gemeinschaftsstifter wie Kirchen, Parteien und Gewerkschaften, Vereine und Verbände, halten wir diesen Wunsch für sehr nachvollziehbar. Eine Debatte in diese Richtung zu starten, ist lohnens- und lobenswert. Fraglich ist jedoch der aufgezeichnete Weg, durch eine von oben gesetzte Verpflichtung, Fakten zu schaffen. Rituale, die integrativ und gemeinschaftsstiftend wirken sollen, müssen die Herzen der Adressaten erreichen. Traditionen, die über Jahrzehnte leer geworden und verloren gegangen sind, können nur schwer „von heute auf morgen“ durch verpflichtende Setzungen wiederbelebt werden.
Wir hielten einen anderen Weg für gewinnbringender, nämlich die jungen Menschen einzubeziehen und mitzunehmen. Dazu erinnern wir an einen Schülerwettbewerb für eine neue, dritte Strophe der Bayernhyme, den die Bayerische Einigung und die Staatsregierung 2012 ausgeschrieben haben. Gewonnen haben damals mit ihrer Version drei Schülerinnen und Schüler von der Beruflichen Oberschule Bad Tölz. Hier sollte man erneut ansetzen.
Die Strophe der drei Gewinner lautet:
Gott mit uns und allen Völkern,
ganz in Einheit tun wir kund:
In der Vielfalt liegt die Zukunft,
in Europas Staatenbund.
Freie Menschen, freies Leben,
gleiches Recht für Mann und Frau!
Goldne Sterne, blaue Fahne
und der Himmel, weiß und blau.
Pressekontakt: Dr. Jörg Neubauer | E-Mail: neubauer@vlb-bayern.de | Mobil: 0176 24337799
Das System der beruflichen Schulen in Bayern ist stark ausdifferenziert und reicht von den Berufsschulen einschließlich den Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung, über Angebote zur Berufsvorbereitung, die Berufsfachschulen, die Wirtschaftsschulen, die Fach- und Berufsoberschulen bis hin zu den Fachschulen und Fachakademien. Insgesamt werden dort über 400.000 Schülerinnen und Schüler in einer Vielzahl unterschiedlicher Bildungsgänge in den beruflichen Fachrichtungen Wirtschaft, Technik, Bekleidung, Farb- und Raumgestaltung, Gesundheit und Körperpflege, Ernährung und Hauswirtschaft bis hin zur Agrarwirtschaft von rund 33.000 Lehrkräften unterrichtet.