Mehr Personal, Sprachförderung und digitale Ausstattung für berufliche Schulen
Die berufliche Bildung steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, zunehmende sprachliche Heterogenität, Inklusion und der wachsende Fachkräftemangel verändern die Anforderungen an berufliche Schulen grundlegend. Die ARGEALP-Arbeitsgemeinschaft mit Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern aus Österreich, Südtirol, der Schweiz sowie aus Baden-Württemberg und Bayern sieht dringenden Handlungsbedarf bei Politik und Bildungsadministration: Wer die berufliche Bildung stärken will, muss auch ihre personellen und finanziellen Voraussetzungen verbessern.
„Gute berufliche Bildung gibt es nicht zum Nulltarif. Wenn die Anforderungen an unsere Schulen kontinuierlich steigen, müssen die notwendigen Ressourcen entsprechend mitwachsen“, und weiter: „Berufssprache Deutsch ist eine Schlüsselkompetenz für den Ausbildungserfolg. Wer jungen Menschen den Weg in Ausbildung und Beschäftigung eröffnen will, muss die Schulen dafür auch mit zusätzlichen Sprachförderangeboten und qualifiziertem Personal ausstatten“, so der bayerische Landesvorsitzende des VLB, Pankraz Männlein.
Gerade die sprachliche Förderung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Berufliche Schulen bilden junge Menschen mit sehr unterschiedlichen sprachlichen und persönlichen Voraussetzungen aus und übernehmen damit eine zentrale Integrations- und Qualifizierungsfunktion für Wirtschaft und Gesellschaft.
Die ARGEALP sieht dabei nicht nur einzelne Länder, sondern den gesamten Alpenraum vor vergleichbaren Herausforderungen. Der Austausch in der Arbeitsgemeinschaft macht deutlich: Berufliche Bildung ist ein zentraler Standortfaktor und muss entsprechend politisch priorisiert werden.
Aus Sicht der ARGEALP braucht es insbesondere
Die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz verändert das Lehren und Lernen an beruflichen Schulen. Entscheidend ist nicht allein die technische Ausstattung. Lehrkräfte benötigen Zeit, Qualifizierung und geeignete Konzepte, um KI sinnvoll, verantwortungsvoll und lernförderlich einzusetzen.
„Die beruflichen Schulen sind bereit, den Wandel zu gestalten. Aber sie können zusätzliche Aufgaben nicht dauerhaft mit immer knapper werdenden Ressourcen bewältigen. Die Politik muss deshalb jetzt die Rahmenbedingungen schaffen, damit berufliche Bildung auch künftig leistungsfähig und attraktiv bleibt“, so unisono die Vorsitzenden der ARGEALP-Verbände.
Die ARGEALP-Arbeitsgemeinschaft Berufsbildung will den grenzüberschreitenden Austausch weiter intensivieren und gemeinsame Antworten auf die Herausforderungen der beruflichen Bildung entwickeln. Denn starke berufliche Bildung bedeutet starke Fachkräfte, starke Regionen und damit eine starke Zukunft für den gesamten Alpenraum.
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Pressekontakt: Dr. Jörg Neubauer | E-Mail: neubauer@vlb-bayern.de | Mobil: 0176 24337799
Das System der beruflichen Schulen in Bayern ist stark ausdifferenziert und reicht von den Berufsschulen einschließlich den Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung, über Angebote zur Berufsvorbereitung, die Berufsfachschulen, die Wirtschaftsschulen, die Fach- und Berufsoberschulen bis hin zu den Fachschulen und Fachakademien. Insgesamt werden dort über 400.000 Schülerinnen und Schüler in einer Vielzahl unterschiedlicher Bildungsgänge in den beruflichen Fachrichtungen Wirtschaft, Technik, Bekleidung, Farb- und Raumgestaltung, Gesundheit und Körperpflege, Ernährung und Hauswirtschaft bis hin zur Agrarwirtschaft von rund 33.000 Lehrkräften unterrichtet.