MÜNCHEN. Mit einer Abschlussveranstaltung in München ist heute der Schulversuch „Prüfungskultur innovativ für Berufliche Schulen“ der Stiftung Bildungspakt Bayern erfolgreich zu Ende gegangen. Vierzehn berufliche Schulen aus ganz Bayern haben dabei neue Formen der Leistungsfeststellung entwickelt und erprobt. Ziel war es, die Prüfungskultur an die Anforderungen einer zunehmend digital geprägten Arbeitswelt anzupassen und zugleich die bewährten Grundsätze schulischer Leistungsbewertung zu bewahren.
Kultusministerin Anna Stolz: „Wenn sich die Welt verändert, müssen sich auch Prüfungen verändern. Nicht, weil wir weniger Leistung wollen – sondern weil wir Leistung künftig noch besser sichtbar machen wollen. Fachwissen bleibt die Grundlage. Gleichzeitig brauchen junge Menschen heute die Fähigkeit, Wissen anzuwenden, Probleme zu lösen, verantwortungsvoll mit Künstlicher Intelligenz umzugehen und im Team zu arbeiten. Der Schulversuch hat gezeigt: Moderne Prüfungsformate stärken genau diese Kompetenzen, ohne unseren hohen Qualitätsanspruch aufzugeben. So machen wir unsere Schülerinnen und Schüler stark für Ausbildung, Beruf und eine Welt im Wandel.“
Amtschef Martin Wunsch: „In schulischen Prüfungen sollen die Schülerinnen und Schüler zeigen, dass sie den Herausforderungen in der Lebens- und Berufswelt gewachsen sind. Deshalb müssen schulische Leistungsnachweise, auch unter sich wandelnden Rahmenbedingungen dazu beitragen, Schülerinnen und Schüler im mündigen Denken und Handeln zu stärken, und ihre zentrale Funktion erfüllen: Leistung verlässlich, nachvollziehbar und vergleichbar abzubilden. Der Schulversuch hat gezeigt, dass sich innovative Prüfungsformate und hohe Qualitätsstandards dabei sinnvoll miteinander verbinden lassen.“
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.: „Unsere Schülerinnen und Schüler sind die Fachkräfte von morgen und entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes. Um sie gut auf die Anforderungen einer sich verändernden Arbeitswelt vorzubereiten, muss auch die Prüfungskultur im leistungsstarken bayerischen Bildungssystem weiterentwickelt werden. Ziel muss es sein, Kernfähigkeiten wie Kreativität, Problemlösungskompetenzen, Teamarbeit und Transferleistungen gezielter abzubilden. Genau hier setzt ‚Prüfungskultur innovativ‘ an. Wir begrüßen daher die jüngste Ausweitung des Modellversuchs auf Berufliche Schulen, Fachoberschulen und Berufliche Oberschulen, das verstärkt die Verzahnung von Schule und Wirtschaft. Jetzt gilt es, die Ergebnisse sukzessive in der Fläche zu verankern.“
Bei der Abschlussveranstaltung präsentierten die Modellschulen ihre Erfahrungen und Ergebnisse. Vorgestellt wurden unter anderem projektorientierte Leistungsnachweise, digitale Lernumgebungen mit Feedback sowie kollaborative und KI-gestützte Prüfungsformate. Im Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Schule, Wissenschaft, Wirtschaft und Bildungsverwaltung wurde deutlich: Fachwissen bleibt die Grundlage schulischer Bildung. Moderne Leistungsnachweise können diese Grundlage sinnvoll ergänzen und Kompetenzen sichtbar machen, die in Ausbildung und Beruf gefordert sind.
Weitere Informationen zum Schulversuch „Prüfungskultur innovativ für Berufliche Schulen“:
Der Schulversuch wurde von der Stiftung Bildungspakt Bayern gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus durchgeführt. Im Mittelpunkt standen die Frage, wie Prüfungen fachliches Wissen und dessen Anwendung gleichermaßen abbilden können, sowie die Erprobung neuer Formate – von projektorientierten Leistungsnachweisen über automatisierte Tests in mebis bis hin zu kollaborativen und KI-gestützten Aufgabenformaten. Die Ergebnisse des Schulversuchs sollen Impulse für die Weiterentwicklung der Prüfungskultur an beruflichen Schulen in Bayern geben. Weiterführende Informationen unter: PROJEKTE Prüfungskultur innovativ – Stiftung Bildungspakt Bayern