16. Januar 2024

akzente 01/2024

Thema des Tages Januar 2024

Ein starkes Plädoyer für berufliche Bildung

Liebe Leserinnen und Leser,

die Agenda des VLB und deren Bedeutung für unsere Mitglieder sind Anna Stolz, der neuen Bayerischen Staatsministerin für Unterricht und Kultus, bestens bekannt. Das zeigte sich beim 16. VLB-Berufsbildungskongress am 17./18. November 2023 in Ingolstadt. Bereits zu Beginn ihrer Rede standen Sätze wie „Ich möchte, dass unsere Lehrkräfte wieder mehr Zeit für die pädagogische Arbeit haben. ... Sie brauchen zusätzliche Unterstützung. ... Wir wollen auch eine weitere Entbürokratisierung. ... Wir brauchen eine Bildung, die die Bedarfe der Wirtschaft von morgen im Blick hat und die an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert ist. ... Wenn die drei Akteure –Schulfamilie, Wirtschaft und Wissenschaft – zusammenkommen, dann kommt innovative Bildungspolitik raus. ... Wir wollen die berufliche Orientierung stärken und ausbauen. ... Wir wollen den Lehrerberuf noch attraktiver gestalten. Es ist eine Zukunftsaufgabe, junge Menschen auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben zu begleiten, zu unterstützen und zu festen Demokratinnen und Demokraten, zu jungen selbstbewussten Menschen zu erziehen. ... Wir brauchen für den Lehrerberuf wieder mehr gesellschaftliche Wertschätzung. ... Wir wollen natürlich auch die Aufstiegschancen an beruflichen Schulen durch Stellenhebungen weiterhin verbessern.“

 

Und mehrfach betonte die Staatsministerin, wie wichtig ihr für ihre Arbeit die Expertise der Berufsbildner ist. Gemeinsam mit dem VLB möchte die Ministerin „an guter Bildung für unseren Freistaat Bayern arbeiten, vor allem an bester beruflicher Bildung. Wir wollen weiterhin Spitzenplatz in Deutschland bleiben.“ Und all dies war gerichtet an die rund 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unseres Ingolstädter Kongresses.

 

Solche Aussagen sind Bestätigung und Motivation für die zurückliegende und zukünftige Arbeit im und des VLB. Aus den Worten der Staatsministerin wird darüber hinaus eines überdeutlich: Eine gute berufliche Bildung wird nur mit entsprechend qualifizierten Lehrkräften erreichbar sein. Wenn das aber so ist – und davon sind wir im VLB fest überzeugt –, dann liegt in der Lehrkräftebildung die zentrale Stellgröße für eine erfolgreiche und an den zukünftigen Anforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft orientierte Bildungsarbeit. Und über diese Stellgröße Lehrkräftebildung kann zumindest ein Großteil der vor uns liegenden Herausforderungen angegangen werden. Denn nur wenn sich die Lehrkräfte in Studium und Referendariat sowie im Rahmen der Fort- und Weiterbildung für ein Lehren und Lernen in der digitalen Welt qualifizieren können, kann erreicht werden, dass auch die nachwachsende Generation über die für eine gelingende Bildungsbiografie notwendigen Kompetenzen verfügt. Gleiches gilt auch für alle anderen Anpassungs- und Modernisierungsprozesse, beispielweise diejenigen, die sich aus der mit der Klimaproblematik verbundenen notwendigen Dekarbonisierung, der zunehmenden Heterogenität unserer Schülerschaft oder der immer bedeutsamer werdenden Demokratiebildung ergeben.

 

Ebenso ist hervorzuheben, in welch engagierter Weise sich die Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer in den fünf Fachforen sowie den über 30 Arbeitskreisen und Workshops in die Fachgespräche und Diskussionen eingebracht haben. Dabei wurden eine Vielzahl neuer Ideen vorgestellt und wichtige Impulse gesetzt. Und alle mit dem Bestreben, Schule besser zu machen und damit die berufliche Bildung weiterzuentwickeln. Das war der Kongress-Samstag.

 

Der Kongress-Freitag war durchgängig davon geprägt, sich wechselseitig der hohen Bedeutung der beruflichen Bildung zu versichern. Nach der Begrüßung durch die VLB-Bezirksvorsitzenden von München und Oberbayern, den Grußworten von Bürgermeisterin Dr. Dorothea Deneke-Stoll sowie dem Münchener Stadtschulrat Florian Kraus und dem Impuls des VLB-Vorsitzenden stellte sich mit einem zweiten Impuls der neue Leiter der Abteilung Berufliche Schulen im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Ministerialdirigent Dr. Robert Geiger, vor. In einer Tour d’Horizon ging er auf aktuelle Themen der bayerischen Berufsbildung ein. Über sein Angebot an den VLB beim Bürokratieabbau in der Schulverwaltung mitzuwirken, freuen wir uns und werden uns gerne konstruktiv in diesen Prozess einbringen. Ein weiteres Highlight bot sich unseren Gästen mit dem von Roman Roell, Bayerischer Rundfunk, moderierten Panel. Die berufsbildungspolitischen Akteure aus Handwerk, Mittelstand, Industrie, Wissenschaft und Schule waren die Garanten einer facettenreichen Diskussion über die Chancen und Herausforderungen vor allem der Ausbildung im dualen System und der darauf aufbauenden Weiterbildungsmöglichkeiten. Alles in allem ein interessanter und damit gelungener Kongress-Nachmittag, so das Fazit der VLB-Vertreter.

 

Die Reise nach Ingolstadt hat sich – und davon bin ich fest überzeugt –gelohnt, konnten die Kongressbesucherinnen und -besucher doch nicht nur mit einer Fülle neuer Ideen und Anregungen an ihre Schule zurückkehren, sondern auch mit der Gewissheit, dass sie mit ihrer Arbeit an den beruflichen Schulen einen wesentlichen Beitrag für den Bildungserfolg der ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler leisten – frei nach dem Motto „Berufliche Schulen –Karriere durch Vielfalt“.

 

An dieser Stelle sei allen Kolleginnen und Kollegen gedankt, die mit Rat und Tat zum Gelingen unseres 16. VLBBerufsbildungskongresses beigetragen haben.

Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen und Ihren Familien auch im Namen des Geschäftsführenden Vorstands sowie der Redaktion VLB akzente ein gesundes, glückliches und friedvolles Jahr 2024.

 

Ihr Pankraz Männlein
Landesvorsitzender