Presseinformationen

Hier finden Sie Presseinformationen des VLB Verband der Lehrer
an beruflichen Schulen in Bayern e.V..

Pressemitteilung BvLB Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V.

08.05.2019

Digitalisierung der beruflichen Bildung „Jenseits des Kabels“
BvLB-Regionalkonferenz in der MMBbS: 100 Experten liefern Impulse

Der Mensch lernt linear, nicht exponentiell. Schneller lernen klappt also nicht. Um bei der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft dennoch Schritt halten zu können, muss die berufliche Bildung „Jenseits des Kabels“ auf allen Feldern revolutioniert und intelligente Konzepte entwickelt werden. Das ist die Quintessenz der eintägigen Regionalkonferenz des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V. (BvLB). Gut 100 Experten aus neun Bundesländern, darunter Vertreter der Politik, der Schulbehörden und Pädagogen, haben am 3. Mai in der Multi-Media Berufsbildenden Schule (MMBbS) in Hannover in Fishbowls Impulse geliefert, um die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern.

„Wie sehr die Digitalisierung das Alltagsleben immer weiter verändern wird, kann niemand voraussagen. Gerade die berufliche Bildung steht vor der schwierigen Aufgabe, für eine Zukunft auszubilden, von der man nicht weiß, wie sie aussieht. Um hier erfolgreich zu sein, müssen wir Technik und Didaktik zusammenführen und nicht nur Technik um der Technik willen installieren“, sagte Grant Hendrik Tonne in seiner Eröffnungsrede der BvLB-Regionalkonferenz. Für Niedersachsens Kultusminister gibt es unterschiedliche Handlungsfelder, die im Grunde zeitgleich angegangen werden müssen. Der Themenfächer reicht von der verbindlichen Medienkompetenz-Vermittlung über den Aufbau von Kompetenzzentren für die Lehrerbildung bis hin zur Weiterentwicklung von Cloud-Lösungen.

Für den BvLB sind Gigabit für alle, leistungsstarkes W-LAN in allen Klassenräumen, „Bring your own device“ (BYOD) und Cloudtechnologie gesetzte Standards bei der Digitalisierung des schulischen Alltags, über die man nicht mehr reden muss. „Maßgeblich ist, dass die offensichtlichen Probleme, an denen die Digitalisierung jenseits des Kabels zu scheitern droht, benannt werden“, sagte Joachim Maiß, BvLB-Vorsitzender.

Professor Dr. Andreas Breiter, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Informationsmanagement Bremen GmbH an der Uni Bremen, leitete als Keynote-Speaker in das Thema „Entwicklungen in der digitalen Transformation für die berufliche Bildung in der digitalen Welt“ ein und weitete den Blick aufs Thema. „Wir brauchen Learn-Labs, wo die Transformation gelebt wird und digitale Klassenräume, die über Schulgrenzen hinweg untereinander vernetzt sind und einen Wissenstransfer ermöglichen.“

Julia Gillen, Professorin für Berufspädagogik an der Leibniz-Universität Hannover und Direktorin der Leibniz School of Education, fokussierte als zweite Keynote-Speakerin auf die Frage: „Stehen wir in der beruflichen Bildung aufgrund der digitalen Transformation vor einem Paradigmenwechsel?“ Die Antwort: Pädagogisch nein, technisch schon. „Künftig übernimmt der Lernende die aktive Rolle. Der Lehrende schafft den nötigen Rahmen für relevante Lernfelder. Das ist diametral zum heutigen Frontalunterricht.“

Der Veränderungsprozess ist längst in vollem Gange. „60 Prozent der heute 6- bis 13-Jährigen werden künftig in einem Beruf arbeiten, den es heute noch gar nicht gibt“, sagte Staatssekretär Stefan Muhle vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium als Fishbowl-Diskutant. Nur ein Zahlenbeispiel für den rasanten digitalen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft.

Der Fokus bei der Konferenz lag auf folgenden Fragen: Wie können didaktische Konzepte für die berufliche Bildung in und für eine digitale Welt aussehen? Welche Rolle übernimmt Schule in einer von der Digitalisierung immer stärker bestimmten Gesellschaft? Für welche Arbeits- und Berufswelt muss Schule künftig ausbilden? Und wie soll die Lehrerbildung als Voraussetzung für eine gelingende Digitalisierung aussehen?

„Aus den Impulsen definieren wir jetzt Handlungsempfehlungen, die beim BvLB-Berufsbildungskongress Mitte November in Berlin in einem Forderungskatalog münden werden. Diesen legen wir dann der Politik vor, um die berufliche Bildung in der digitalen Transformation nachhaltig zu stärken. Die beruflichen Schulen sind das Bindeglied zur Wirtschaft. Die Anforderungen der Betriebe sind maßgeblich für das, was wir vermitteln“, sagten die zwei BvLB- Bundesvorsitzenden Joachim Maiß und Eugen Straubinger unisono.

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Der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V. vertritt in Deutschland über 39.000 Lehrerinnen und Lehrer.

    

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl)

29.04.2019

Viele Wege führen zum Erfolg
Übertrittsverfahren sichert die Qualität differenzierter bayerischer Bildung

„Wer Eltern und Kinder mit der Behauptung verunsichert, dass am Ende der 4. Jahrgangsstufe der Grundschule bereits alle Entscheidungen für ein erfolgreiches Leben gefallen seien, der vergeht sich bewusst an der heranwachsenden Generation und schürt Verunsicherung und Pessimismus“, so kommentiert Jürgen Böhm, der amtierende Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände und Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv), die erneute Scheindiskussion des BLLV zum Übertritt.

Es geht bei dieser emotional und medial aufgeheizten Diskussion nicht um die Schülerinnen und Schüler, sondern um den Versuch, das gesamte erfolgreiche Bildungswesen in Bayern zu schwächen und letztendlich auszuhebeln. Die differenzierten Schularten im Freistaat bieten vielfältige Wege, die alle zum beruflichen und persönlichen Erfolg führen. Gerade die Durchlässigkeit und die Anschlussfähigkeit der einzelnen Schularten und Schulabschlüsse lassen allen Kindern alle Wege offen.

„Wenn heute fast 45% der Hochschulzugangsberechtigungen nicht mehr auf einem Gymnasium erworben werden, dann sieht man die Leistungsfähigkeit der Mittel-und Realschulen, die im Zusammenspiel mit den beruflichen Schulen neben der qualitativen Berufsausbildung auch den Zugang zu Universitäten eröffnen“, so Pankraz Männlein, Landesvorsitzender des Verbandes der Lehrer an beruflichen Schulen (VLB).

Gerade im Vergleich zu anderen Bundesländern, die sich in den vergangenen Jahren von klaren Leistungskriterien und differenzierten Bildungswegen aus politischen und ideologischen Gründen entfernt haben, steht Bayern in Punkto Schulerfolg, Abschlussqualität und Anschlussfähigkeit ins Berufsleben auf einem nationalen und internationalen Spitzenplatz. „Die Entscheidung, wer eine erfolgreiche Fachkraft der Zukunft wird, fällt nicht nach der 4. Jahrgangsstufe. Wir legen daher allen Beteiligten etwas mehr Gelassenheit ans Herz. Unser bayerisches Bildungssystem bietet vielfältige individuelle Bildungswege, welche die jungen Menschen überall ankommen lassen “, so Michael Schwägerl, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbands (bpv).

Für den Inhalt verantwortlich:Jürgen Böhm, Vorsitzender des brlv (boehm@brlv.de; Tel. 01511 1715589)

Der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) gehören der Bayerische Philologenverband (bpv), der Bayerische Realschullehrerverband (brlv), die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) und der Verband der Lehrer an Beruflichen Schulen in Bayern (VLB) an. Die in der abl zusammengeschlossenen Verbände vertreten die Interessen von mehr als 55000 Lehrkräften an allen Schularten in Bayern. Amtierender Präsident ist Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes.

 

VLB-Presseinformation AfD-Onlineportale

16. Dezember 2018

VLB gegen AfD-Onlineportale

Die „Alternative für Deutschland“ hat in den letzten Wochen in den Bundesländern mehrere Onlineportale zur Denunziation von Lehrerinnen und Lehrern eingerichtet bzw. vorbereitet. Dort sollen Lehrkräfte, die sich AfD-kritisch äußern, von Schülerinnen und Schülern denunziert werden.

„Dies ein Versuch, einen Keil zwischen Lehrkräfte und Schülerschaft zu treiben“, so VLB-Landesvorsitzender Pankraz Männlein.

Ein derartiges parteipolitisches Verhalten, das dazu auffordert, Lehrerinnen und Lehrer zu diskreditieren und zu diffamieren, lässt erhebliche Zweifel an der demokratischen Grundeinstellung der AfD aufkommen.
„Nicht akzeptabel ist für uns, dass der Schutzraum Schule in dieser Weise missbraucht wird, wodurch der Erziehungsauftrag und das Schulklima nachhaltig beeinträchtigt werden“, so Männlein weiter.

Eine gute Schule braucht vielmehr ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Lernenden und Lehrenden. Dass dies auch in der Zukunft sichergestellt werden kann, ist der Auftrag an alle Demokraten.

Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e.V.
Dachauer Straße 4 ı 80335 München ı Telefon 0 89 - 59 52 70 ı Telefax 0 89 - 5 50 44 43
Internet: www.vlb-bayern.de ı E-Mail: info(at)vlb-bayern.de

 

VLB-Presseinformation Neuer Vorsitzender des Verbandes der Berufsbildner kommt aus Bamberg

14. November 2018

         

Am vergangenen Wochenende (9. und 10.11.) trafen sich mehr als 800 Lehrkräfte des bayerischen beruflichen Schulwesens in Bamberg, um über die Zukunft der dualen Ausbildung sowie die berufliche Fort- und Weiterbildung zu beraten. Im Rahmen dieses Berufsbildungskongresses wählten die Delegierten Pankraz Männlein, Schulleiter der Staatlichen Berufsschule III Bamberg, zum Vorsitzenden des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e. V. (VLB), der rund 10.000 Lehrkräfte vertritt.

Höhepunkt des Kongresses war die Festveranstaltung im Dominikanerbau, bei der der scheidende Kultusminister Bernd Sibler die Festrede hielt. Dabei stellte er die Bedeutung der beruflichen Schulen für die Gesellschaft und Berufswelt heraus. „Die berufliche Bildung in Bayern ist ein Erfolgskonzept“, so Minister Sibler, „das sich auf der Höhe der Zeit befindet.“ Darüber hinaus stellten die im Landtag vertretenen Parteien ihre berufsbildungspolitischen Grundpositionen im Rahmen einer Talkrunde vor und erläuterten diese.

Der neue Landesvorsitzende legte in seiner Antrittsrede mit Bezug auf das Kongress-Motto „Fachkräfte für morgen – Beruflichen Schulen“ insbesondere Wert auf die Voraussetzungen, damit den beruflichen Schulen die Qualifizierung der Schülerinnen und Schüler zu kompetenten Fachkräften auch in der Zukunft gelingen kann. „Das in unsere Profession, das ist unser Bildungsauftrag“, so Pankraz Männlein.

Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e.V.
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