VLB Bayern Schularten

FOS/BOS

Hier finden Sie das Informationsangebot des VLB Bayern für die Kolleginnen und Kollegen der Beruflichen Oberschule - Fachoberschule (FOS) und Berufsoberschule (BOS).

Vorstellung von Anja Heßlinger - Gemeinsam mutig die Zukunft der beruflichen Bildung gestalten

Liebe Kolleginnen und Kollegen im VLB,

die Delegiertenversammlung des VLB hat mich Ende November in Regensburg als Referentin für die Berufliche Oberschule/FOSBOS gewählt. Mit großer Freude und Dankbarkeit für das entgegengebrachte Vertrauen möchte ich mich Ihnen vorstellen und zugleich einen Einblick geben, was mich antreibt.

Schon früh war mir klar, dass Bildung weit mehr ist als die Vermittlung von Wissen – sie ist ein Schlüssel zur Selbstbestimmung und zur gesellschaftlichen Teilhabe. Nach meinem Abitur und dem Studium der Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftspädagogik arbeitete ich zunächst in der Personalentwicklung und übernahm dort die Leitung der Aus- und Weiterbildung. Diese Zeit hat mir eindrücklich gezeigt, wie entscheidend gute Rahmenbedingungen für Lernen und Entwicklung sind.

Der Wechsel ins Lehramt war für mich ein bewusster Schritt: Ich wollte nicht nur Strukturen gestalten, sondern direkt mit jungen Menschen arbeiten und sie auf ihrem Weg begleiten. Nach dem Referendariat begann ich als Lehrkraft an der BOS Scheyern. Es folgte meine Tätigkeit am Beruflichen Schulzentrum Neuburg, wo ich vielfältige Aufgaben übernahm – als Lehrkraft, Betreuungslehrerin, Personalrätin und Personalratsvorsitzende sowie als Fachbetreuerin mit besonderen Schwerpunkten im Qualitäts- und Sicherheitsmanagement. Parallel dazu engagierte ich mich als Evaluatorin, QmbS-Beraterin und Mitglied in Lehrplan- und Aufgabenkommissionen. Besonders prägend war meine Arbeit für das Kultusministerium als Teamleiterin (gemeinsam mit Dr. Petra Schütz) der Arbeitsgruppen „Marke FOSBOS“ und „Marke Wirtschaftsschule“.

Weitere Stationen waren die Mitarbeit in der Schulleitung der FOSBOS Ingolstadt mit dem Schwerpunkt Schulentwicklung sowie die Tätigkeit als ständige Stellvertreterin des Schulleiters am Beruflichen Schulzentrum Neuburg, wo ich für die FOSBOS verantwortlich war. Heute leite ich die FOSBOS Donauwörth und sehe es als meine wichtigste Aufgabe, Schule als Gemeinschaft zu stärken, Strukturen zu entwickeln, die Lernen erleichtern, und meine Überzeugung zu leben, dass Schule ein lebendiger Ort gegenseitiger Wertschätzung sein muss – ein Ort, an dem junge Menschen ihre Potenziale entfalten können.

Warum ich mich im Verband engagiere? Für mich ist es die beste Möglichkeit, unsere Arbeitsbedingungen aktiv mitzugestalten und die berufliche Bildung weiterzuentwickeln. Denn wenn wir nicht selbst Verantwortung übernehmen, werden andere über uns entscheiden.

Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und darauf, gemeinsam für die besten Voraussetzungen für unsere beruflichen Schulen einzustehen.

Herzlichst Ihre
Anja Heßlinger

Fachgruppe FOSBOS - Diskutieren bis die Köpfe rauchen

Die VLB-Fachgruppe FOSBOS lud am Berufsbildungskongress in Regensburg zur offenen Sitzung – und wer dachte, es würde ein gemütlicher Kaffeeklatsch werden, lag daneben. Schon nach der kurzen Vorstellung der Arbeit und Vorgehensweise ging es direkt ans Eingemachte: aktuelle Entwicklungen, die die FOSBOS-Welt bewegen.

KI und Fachreferat – Ist das Fachreferat noch zu retten?

Gleich zu Beginn wurde die große Frage gestellt: „Welche Auswirkungen hat die KI auf das Fachreferat – abschaffen oder unbedingt beibehalten?“. Die Diskussion um die Zukunftsfähigkeit des Fachreferats war so lebhaft, dass man fast das Gefühl hatte, Chatbots hätten heimlich mitdebattiert.

Wahlpflichtfächer: Einbringen oder nicht einbringen, das war die nächste Frage

Besonders intensiv diskutiert wurde die neue Freiheit bei Wahlpflichtfächern. Ab dem kommenden Schuljahr darf „Szenisches Gestalten“ endlich in die Note des (Fach-)Abiturs eingebracht werden – ein kleiner Schritt für die Theaterpädagogik, ein großer für die Schülerinnen und Schüler, die hier ein Talent haben. Damit ist die Tür geöffnet für die Debatte: Sollte künftig jedes bisher nicht einbringungsfähige Wahlpflichtfach wahlweise „einbringungsfähig“ sein? Die Meinungen gingen auseinander, die Impulse waren wertvoll – und die Reise bleibt spannend. Die Fachgruppe wird das Thema weiterhin verfolgen und die Impulse mitnehmen auf die Reise.

Realschulnoten als Eintrittskarte?

Ein Dauerbrenner: Soll das Profilfach aus der Realschule auf den Schnitt für die Fachoberschule angerechnet werden? Diskutiert wurde konkret, ob Physik- oder BWR-Noten aus der Realschule relevant sein sollten – allerdings mit der Auflage, im gleichen Zweig zu bleiben und damit keine Möglichkeit besteht, die Ausbildungsrichtung innerhalb der ersten sechs Wochen zu wechseln, sofern die Zulassungsvoraussetzungen nicht auch ohne diese Note erfüllt sind. Ergebnis: keine endgültige Positionierung, aber viele kluge Anregungen für die Fachgruppe.

Blick nach vorn: Prüfungen und Befindlichkeiten

Auch die Zukunftsthemen kamen nicht zu kurz:

Die Lehrkräfte sollen weiterhin bei den Veränderungen in Internationale Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre nicht aus dem Blick geraten. Weitere, auch mittelfristige Unterstützungsangebote sollten erfolgen.

Ergebnisse des Schulversuchs „Prüfungskultur innovativ“ sollten ihren Weg in die Abschlussprüfungen finden.

Und das große Credo zum Schluss: Die Abschlussprüfungen können und sollen zentral gestellt und damit schriftlich bleiben – schließlich fließen viele andere Leistungen in den (Fach-)Abiturschnitt ein, in der Summe sogar gewichtiger als die schriftlichen Prüfungen, und dort ist Platz für Neues. Die Fachgruppe kämpft aber natürlich weiter für moderne Prüfungsformate.

Fazit mit Dank

Anja Heßlinger und Nicola Tauscher-Meriç zogen ein positives Resümee: Dank der vielen Impulse, des regen Austauschs und des guten Miteinanders kann der VLB im Sinne der Lehrkräfte und vor allem der Schülerinnen und Schüler Veränderungen konstruktiv begleiten – und die Fachgruppe FOSBOS wird dafür einstehen.

Schule muss STARK machen

Sehr gehrte Kolleginnen und Kollegen im VLB,

beim Berufsbildungskongress in Ingolstadt 2023 wurde ich als Nachfolgerin von Dr. Maike Tholen zur Referentin FOSBOS gewählt. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich sehr herzlich und möchte mich Ihnen im Folgenden kurz vorstellen.

Nach meinem Studium an der LMU in München in den Fachrichtungen Deutsch/Geschichte mit Erweiterungsfach Türkisch für das Gymnasiallehramt absolvierte ich mein Referendariat ebenfalls in München. Anschließend verließ ich Bayern und war als BPLK (Bundesprogrammlehrkraft) in Istanbul an einer Schule für Hochbegabte tätig, die u.a. auf das deutsche Allgemein Abitur vorbereitete. Hier vertiefte ich meine im Referendariat erworbenen Kompetenzen und konnte mich intensiv über unterschiedliche Bildungsstrukturen austauschen, denn nicht nur die Schülerschaft war sehr heterogen, auch die Lehrerschaft setzte sich zusammen aus Kolleginnen und Kollegen aus der Türkei sowie aus fast allen deutschen Bundesländern. Hier entdeckte ich erneut die Liebe zu meinem Traumberuf, denn in Istanbul hatte ich im Gegensatz zum Referendariat jede pädagogische Freiheit. Mein damaliger Schulleiter, ebenfalls Münchner, stärkte mich in meiner Arbeit. 

Nach meiner Auslandserfahrung wechselte ich zum Schuljahr 2002/03 an die FOSBOS Freising und kam zum ersten Mal mit dieser Schulart in Berührung. Meine Planstelle erhielt ich im Jahr darauf an der damals neu gegründeten FOSBOS Wirtschaft, der heutigen Therese von Bayern Schule. Hier konnte ich mich austoben, da Engagement und Tatendrang dringend gefragt waren. So arbeitete ich eng mit der SMV als Verbindungslehrkraft zusammen, brachte mich in der Schulentwicklung und QmbS ein, übernahm die Fachbetreuung Deutsch/Geschichte, wurde Seminarlehrkraft und konnte dort tolle Erfahrungen im Bereich Lehrerbildung machen, u.a. weil ich im Arbeitskreis QML tätig war. Mein Anliegen war immer, meine volle Kraft der Schule zukommen zu lassen, da das der Ort ist, an dem meine Arbeit direkt ankommt, bei den Schülerinnen und Schülern, bei meinen Kolleginnen und Kollegen, bei den Referendarinnen und Referendaren. 

Als es hieß, dass zum Schuljahr 2018/19 eine neue FOS in Haar gegründet werden soll, war ich sofort hellhörig, nicht weil es wohnortnah war, was sicherlich ein Vorteil ist, sondern weil ich erneut die Möglichkeit sah, eine Schule nach meinen Vorstellungen, meine „Traumschule“ aufzubauen. Als Stellvertretende Schulleiterin mit einem kleinen Team an Lehrkräften gründeten wir eine Schule, in der Schülerinnen und Schüler im Fokus stehen und in der die Möglichkeit zur Entfaltung großgeschrieben wird. So war es mir ein besonderes Anliegen die FOS Haar schnellstmöglich als STARK-Schule zertifizieren zu lassen. U.a. durch dieses Programm zur Förderung der Resilienz konnten wir unsere Schulfamilie sicher durch die turbulenten Coronazeiten bringen. Im Schuljahr 2019/20 übernahm ich dann unter Mitleitung der Berufsschule München Land mit den Fachrichtungen Landwirtschaft, Pferdewirtschaft und Hauswirtschaft die Schulleitung. Beide Schulen leitete ich drei Jahre in Personalunion und gründete zwischendurch noch mit dem BS-Team die Berufsfachschule für Kinderpflege im Schuljahr 2021/22. 

Nachdem die FOS Haar Sitz der Dienststelle des Ministerialbeauftragten für die Berufliche Oberschule in Südbayern, des neuen vierten MB-Bezirks, unter Leitung des Ministerialbeauftragten Herrn Dr. Hunger zum Schuljahr 2022/23 werden sollte, wurde die BS von der FOS Haar losgelöst und so wurde ich zur Ständigen Vertreterin des Ministerialbeauftragen für die Berufliche Oberschule in Südbayern bestellt. 

Zum VLB kam ich ganz unverhofft durch Rudi Keil, der mich im Januar 2023 fragte, ob ich nicht im Arbeitskreis FOSBOS mitarbeiten möchte. Ich sagte sofort zu und sehe es als glückliche Fügung an, denn nun kann ich mich noch einmal auf einer ganz anderen Ebene für die Schulart FOSBOS einbringen, der Schulart, in der ich zuhause bin und der meine Leidenschaft gilt.  Ich freue mich auf regen Austausch und die Zusammenarbeit mit dem VLB-Team.

Ihre Nicola Tauscher-Meriç

Berichte vom 17. VLB-Berufsbildungskongress/FOS/BOS-Tag

FOSBOS-Tag erstmals am VLB-Berufsbildungskongress Ingolstadt

FOSBOS-Tag erstmals am VLB-Berufsbildungskongress Ingolstadt

In den diesjährigen Berufsbildungskongress Ingolstadt wurde erstmalig der FOSBOS-Tag integriert. Das FOSBOS-Programm, das wir als Fachgruppe FOSBOS speziell für die Lehrkräfte unserer Schulart organisierten, bestand aus einem FOSBOS-Forum, einem Fachvortrag sowie sechs Workshops. In dem Forum ging Herr MR Jochen Hofmann als Vertreter des StMUK zunächst auf Fragen und Anliegen zu aktuellen Themen ein. Frau Maria Bernhard, die iBdB bei der Ministerialbeauftragten für die Berufliche Oberschule in Ostbayern, referierte im Anschluss zum Thema „KI im Blick von Leistungserhebungen“, ehe die abschließenden Workshops Teilnehmer:innen aus diversen Schulen zusammenbrachten, um zu zentralen Themen in Austausch zu treten.

Im FOSBOS-Forum moderiert von Nicola Tauscher-Meric,stellte sich Herr MR Jochen Hofmann den Fragen der anwesenden Lehrkräfte zu den aktuellen Herausforderungen. Angesprochen wurde u.a. die Verbesserung der Attraktivität des Lehramtsstudiums sowie des Lehrberufs,der Lehrermangel, die Lehrergesundheit, erheblich verlängerte Beförderungswartezeiten im FOSBOS-Bereich, Leistungserhebungen mit KI sowie die Entwicklung der BOS, die reformiert und attraktiver gestaltet werden muss. Herr Hofmann ging fundiert und ausführlich auf die Teilnehmenden und deren Anliegen ein, weshalb wir uns nochmals für die offenen Ausführungen und den konstruktiven Austausch bedanken.

Weiterführende Informationen FOS/BOS

Allgemeine Information zu den Fachoberschulen in Bayern können auf den Seiten des Kultusministeriums abgerufen werden.
 

Allgemeine Information zu den Berufsoberschulen in Bayern können auf den Seiten des Kultusministeriums abgerufen werden.