Rückblick Berufsbildungskongress 2023


VLB-Forderungen zum 16. Berufsbildungskongress 18.11.2023

Schlussworte von Sabrina Hingel (Stellv. VLB-Landesvorsitzende) und Christian Wagner (Stellv. VLB-Landesvorsitzender).


VLB-Berufsbildungskongress 18.11.2023

Der eigentliche VLB-Berufsbildungskongress findet traditionsgemäß am Kongresssamstag statt. Mit über 800 teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen der Beruflichen Schulen und Beruflichen Oberschulen (FOS/BOS) aus ganz Bayern in Ingolstadt, stößt  der diesjährige Kongress auf großes Interesse. Darüber hinaus verfolgen zahlreiche Berufsschullehrkräfte und Interessierte den Kongressverlauf online.


VLB-Hauptveranstaltung 17.11.2023


Keynote zum 16. Berufsbildungskongress VLB-Landesvorsitzender Pankraz Männlein


Keynote Mdgt. Dr. Robert Geiger Abteilungsleiter Berufliche Schulen im Kultusministerium


Berufsbildungspolitisches Panel des VLB

Die Hauptveranstaltung zum VLB-Berufsbildungskongress bietet wiederkehrend eine Plattform zum Austausch aktueller bildungspolitischer Positionen mit dem Bayerischen Kultusministerium, verbundenen, berufbildungspolitischen Akteuren und dem VLB Bayern.
Neben den "keynotes" des VLB-Landesvorsitzenden Pankraz Männlein und des neuen Abteilungsleiters Berufliche Schulen im Kultusministerium, Mdgt. Dr. Robert Geiger, diskutiert das diesjährige Panel in Ingolstadt, geführt durch den BR-Moderator Roman Röll, drängende Probleme der Berufbildung in Bayern. Neben dem Lehrkräftemangel und den Arbeitsbedingungen an beruflichen Schulen als Focus, stehen der Fachkräftemangel in der bayerischen Wirtschaft, die Integration der meist jungen Migranten und Asylsuchenden, und mögliche Lösungsperspektiven aus Sicht der beruflichen Schulen auf der Agenda.


Musikalischer Rahmen


Münchner Merkur 16.11.2023


VLB-Delegiertenversammlung 17.11.2023

Im Vorfeld des 16. VLB-Berufsbildungskongress in Ingolstadt findet die Delegiertenversammlung statt. Über 200 Delegierte beraten, diskutieren und beschließen bis Samstag eine Vielzahl von Anträgen als höchstes Beschlussorgan des VLB Bayern.


Empfang im Rathaus 16.11.2023

Der VLB-Hauptvorstand wird im Historischen Sitzungssaal des Rathauses Ingolstadt vom Fraktionsvorsitzenden der CSU Franz Wöhrl begrüßt.


VLB-Hauptvorstandssitzung 16.11.2023

Der VLB-Hauptvorstand tagt im Vorfeld des Berufsbildungskongresses in Ingostadt. Ein Thema sind die laufenden Tarifverhandlungen mit den Arbeitsgebern der Bundesländerund die Forderung nach einer Gehaltserhöhung von 10,5%.


VLB-Pressekonferenz 15.11.2023

VLB-Landesvorsitzender Pankraz Männlein im Interview mit tv.ingolstadt.

Den Filmbericht sehen Sie hier!


VLB Bayern Pressekontakt

  • Dr. Jörg Neubauer
  • Pressearbeit

    Dr. Jörg Neubauer

    Pressereferent
    Presseanfragen

    Telefonischer Pressekontakt

    0176 24337799

     

    Fragen zum Berufsbildungskongress, Pressemitteilungen etc.

    presse(at)vlb-bayern.de

Video-Grußworte in Kurzform (mit Untertiteln)

Vorab ein Zusammenschnitt einer Auswahl aus den Videogrußworte zum 16. VLB-Berufsbildungskongress zur Orientierung. Die Video-Grußworte in voller Länge sind ab dem 17. November 2023 auf dieser Seite abrufbar.


Berufsbildungskongress 2023 in Ingolstadt

Ingolstadt - wandelbar, modern und dynamisch

Am 17. und 18. November öffnet Ingolstadt seine Tore für die Lehrkräfte an beruflichen Schulen in Bayern und heißt die Gäste des Berufsbildungskongresses herzlich willkommen. Der BV Oberbayern und der BV München richten den Kongress zusammen aus.

806 wurde Ingolstadt erstmals urkundlich erwähnt - damals teilte Karl der Große sein Erbe unter seinen Söhnen auf. Der Übergang an der Donau, die villa ingoldestat, war dabei ein so wichtiger strategischer Punkt, dass er als kaiserliches Kammergut eigens aufgeführt wurde.

Vielen ist Ingolstadt heute vor allem als moderne Wirtschafts- und Wissenschaftsstadt bekannt. Bayerns jüngste Großstadt hat darüber hinaus auch historisch und kulturell vieles zu bieten und ist eine lebens- und liebenswerte Stadt in den Donauauen.

Jahrhundertelange Geschichte

Ingolstadt ist eine altbayerische Stadt mit einem gut erhaltenen und liebevoll sanierten historischen Kern. Der Stadtkern ist in seiner klaren, fast geometrischen Ordnung das Werk des 13. Jahrhunderts. Die Donaustadt war einst bayerische Herzogsresidenz, über 300 Jahre lang (1472 - 1800) Sitz der ersten Bayerischen Landesuniversität, Bayerische Landesfestung, Garnisons- und Militärstadt.

Auf Schritt und Tritt begegnen die Besucher in der Altstadt der Vergangenheit. So prägen der Herzogskasten und das Neue Schloss noch heute das Stadtbild, sind Zeugen der Herzogszeit. Auch die Universitätsepoche hat sich im Stadtbild mit eindrucksvollen Bauten erhalten, namhafte Gelehrte verschafften ihr über Jahrhunderte einen exzellenten Ruf einer Hochschule von europäischem Rang. Im Umfeld der Universität gründete sich 1776 der Geheimbund der Illuminaten und dem Roman Mary Shelleys nach soll Frankenstein seine Kreatur hier zum Leben erweckt haben …

Aufgrund seiner strategischen Lage ist Ingolstadt immer ein gut befestigter Ort gewesen. Selbst der Schwedenkönig Gustav Adolf scheiterte im 30-jährigen Krieg an den Stadtmauern. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt von König Ludwig I. schließlich zur Bayerischen Landesfestung ausgebaut. Die besten Architekten, wie beispielsweise Leo von Klenze, wurden an die Donau entsandt. Die Kavaliere, die rund um den Stadtkern entstanden, sind ein wahres Freilichtmuseum der Festungsbaukunst. Das Backsteinrot dieser Bauten gibt der Stadt Unverwechselbarkeit und Charakter. Der Beiname „die Schanz“ ist als Relikt aus der Zeit des Festungsbaus erhalten geblieben und wird auch heute noch von den „Schanzern“ mit Stolz getragen.

Das Glacis - der Bereich vor den alten Stadtmauern, der nicht bebaut werden durfte, eine Hinterlassenschaft des Militärs um freies Schussfeld zu erhalten - zieht sich heute als grüne Lunge um die Stadt und sorgt dafür, dass Ingolstadt zu den grünsten Städten Bayerns gehört.

Reichhaltiges Kulturangebot

Nicht nur der Natur- sondern auch der Kulturfreund findet hier ein interessantes Angebot. So beherbergt das Museum für Konkrete Kunst die weltweit vollständigste Sammlung dieser Stilrichtung, die durch ihre Verbindung zu Grafik und Design auch zum modernen Image der Stadt passt. Bald findet das MKK eine neue Heimat in einem sanierten historischen Gebäude. Das Lechner Museum würdigt einen der bedeutendsten Stahlbildhauer des Landes, das Marieluise-Fleißer-Haus eine berühmte Literatin. An die militärische Tradition knüpft das Bayerische Armeemuseum an, das im Neuen Schloss untergebracht ist. Ein weiteres Schwergewicht in der Ingolstädter Museumslandschaft ist das Deutsche Medizinhistorische Museum in der Alten Anatomie, dem ehemaligen medizinischen Fakultätsgebäude der Universität.

Vielbeachtet sind die traditionellen Audi-Sommerkonzerte, die Künstler von internationalem Rang in die Stadt bringen oder die Ingolstädter Jazztage. Die traditionellen Volksfeste, das Bürgerfest, das Fest der Kulturen, der Christkindlmarkt uvm. erfreuen sich regen Zuspruchs. Kein Wunder, dass die Ingolstädter gerne feiern, schließlich wurde hier am Georgitag 1516 das Bayerische Reinheitsgebot für Bier erlassen.

Dynamischer Wirtschaftsstandort

Ingolstadt ist nicht nur stolz auf seine reiche Geschichte, sondern präsentiert sich auch als modernes Wirtschaftszentrum. Die Stadt lebt von der Wirtschaft und die wirtschaftliche Dynamik hat Ingolstadt und seine Umgebung zu einer der Wachstumsregionen Deutschlands gemacht - immer wieder wurde Ingolstadt in den Medien als bayerische Boom-Town bezeichnet.

Die Stärken der Stadt sind vor allem geprägt durch die Automobilindustrie vor Ort. Allen voran die AUDI AG, ihre Zulieferfirmen und Ingenieurdienstleister. Mit dem IN Campus entsteht auf dem Gelände einer ehemaligen Raffinerie - nach umfassender Sanierung und Renaturierung - ein Spitzentechnologiezentrum für zukunftsweisende Innovationen und ein Testfeld für zahlreiche Technologiefelder. Andere namhafte Unternehmen wie Media/Saturn, Gunvor oder Conti-Temic sowie viele mittelständische Betriebe nutzen die Standortvorteile Ingolstadts im Herzen Bayerns.

Neu eröffnet wurden das Congress Centrum und Maritim Hotel mitten in der Stadt direkt neben dem Neuen Schloss - für Ingolstadt die Chance ein wichtiger Tagungs-und Kongressort in Deutschland zu werden. Das „Ingolstadt Village“ ist weithin bekannt und lockt Besucherinnen und Besucher aus ganz Deutschland an, die auch in der Ingolstädter Altstadt und im Einkaufszentrum Westpark attraktive Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie vorfinden.

Die Autobahn A9 und die ICE-Trasse München - Ingolstadt - Nürnberg sorgen für eine hervorragende Anbindung.

Moderne Wissenschaft

„550  Jahre  Wissenschaft  in  Ingolstadt“

- unter dem Motto wurde 2022 auf die Gründung der ersten Bayerischen Landesuniversität zurückgeblickt, die 1472 von Herzog Ludwig dem Reichen hier gegründet und 1800 nach Lands-hut und dann 1826 nach München verlegt wurde, wo sie als Ludwig-Maximilians-Universität weiterhin besteht. Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und die Technische Hochschule Ingolstadt führen die langjährige Hochschultradition heute erfolgreich fort. Die Stadt Ingolstadt und ihre Hochschulen sind seit deren Bestehen eng miteinander verflochten und profitieren sowohl im regelmäßigen Austausch als auch in gemeinsamen Projekten voneinander. In einer Vielzahl von Initiativen engagieren sich beide Hochschulen und die Stadt gemeinsam und bearbeiten Themen wie die Mobilität der Zukunft, Nachhaltigkeit und Künstliche Intelligenz. Durch das Zusammenwirken der Hochschulen mit dem Fraunhofer Anwendungszentrum „Vernetzte Mobilität und Infrastruktur“, dem Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz AININ, dem Digitalen Gründerzentrum brigk und seinem Ableger für Luftmobilität brigkAir entsteht ein einmaliges Wissenschaftsnetzwerk.


Das berufliche Bildungsangebot in Ingolstadt

Josha Rix

Im Norden Oberbayerns liegt die kreisfreie Stadt Ingolstadt. Sie ist Heimat von über 140 000 Einwohner/-innen und gehört mit Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen zur Region 10. Ingolstadt ist Standort international agierender Unternehmen wie Audi, MediaMarktSaturn und Conti-Temic. Dass die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt und die Technische Hochschule Ingolstadt nachfolgend zu den größten Arbeitgebern gehören, ist schon ein erster Fingerzeig hinsichtlich des Stellenwertes von weiterführender Bildung in dieser Stadt.

Vielfältige Schul- und Hochschulangebote

Tatsächlich ist Ingolstadt mit einer Vielzahl von Bildungsangeboten ein für die Region bedeutsamer Schul- und Bildungsstandort. Im Jahr 2022 wurden in den allgemeinbildenden Schulen 16 459 und in den berufsbildenden Schulen 8 460 Schüler/-innen unterrichtet. Mit jeweils 4 747 (873 nur Ingolstadt) und 6 887 Student/-innen im Wintersemester 2019/2020 runden die beiden genannten Hochschulen dieses Angebot nach oben ab.

Viele verschiedene berufliche Schulen

Das berufliche Bildungsangebot in Ingolstadt erstreckt sich auf eine große Anzahl an verschiedenen Schulformen. Neben den beiden staatlichen Berufsschulen und der FOSBOS, finden sich die private Wirtschaftsschule sowie unter anderem die Fachakademie für Sozialpädagogik und das Berufsbildungszentrum Gesundheit.

Daraus ergibt sich eine breite Vielfalt an angebotenen Profilen, die sich von den kaufmännischen und gewerblich-technischen über die hauswirtschaftlichen bis hin zu den sozialpflegerischen und sozialpädagogischen Fachrichtungen auffächern und somit die Wahlmöglichkeiten für zukünftige Auszubildende in alle Richtungen erweitern. Diese Fülle an Angeboten ermöglicht es den Schüler/-innen nicht nur, die unterschiedlichsten Abschlüsse zu erreichen, sondern auch innerhalb der Stadtgrenzen gleich eine weiterführende Ausbildung anzuschließen. Als eine besondere Möglichkeit wird dafür an der staatlichen Berufsschule 1 das Programm „Berufsschule plus“ sowie in den Bereichen KFZ und IT das Programm „DBFH“ angeboten, die leistungsorientierte Auszubildende parallel zur dualen Berufsausbildung in drei Jahren zur Fachhochschulreife (Fachabitur) führen und ihnen damit die Tür von der Ausbildung in den Hochschulbereich öffnet.

Um den Leser/-innen einen detaillierteren Einblick in das berufliche Schulwesens Ingolstadts zu geben, wird im Folgenden die größte berufliche Schule in Ingolstadt vorgestellt.

Berufsschule 1

Die berufliche Bildungslandschaft in Ingolstadt bietet ein breitgefächertes Angebot an Ausbildungsrichtungen. Neben den Berufen im pflegerischen, sozialpädagogischen, hauswirtschaftlichen und kaufmännischen Bereich erfreuen sich vor allem auch verschiedenste gewerblich-technische Ausbildungsberufe einer hohen Beliebtheit. Als eine der größten Berufsschulen in Bayern eröffnet die Staatliche Berufsschule 1 Ingolstadt ihren knapp 2 900 Schüler/-innen und zehn Ausbildungsrichtungen in diesem Bereich von der breiten Grundbildung bis zum Übergang an die Hochschule ein Bildungsangebot von hoher Qualität.

Um diese Qualität auch in Zukunft zu sichern, wurde in den letzten Jahren viel unternommen. So lernen die Auszubildenden der Gastronomie beispielsweise seit kurzem in komplett modernisierten Praxisräumen. Auch in einer sich dynamisch entwickelnden wirtschaftlichen Transformation mit Zukunftsthemen wie Digitalisierung und E-Mobilität ist die Staatliche Berufsschule 1 mit ihren zwei größten Abteilungen IT und KFZ sehr gut aufgestellt. Im rasant wachsenden IT-Bereich konnten in den letzten beiden Jahren alle relevanten Klassenräume auf den neuesten Stand der Technik gebracht sowie zusätzliche Räume neu ausgestattet werden. Die Fertigstellung einer modernen Hochvolt-Werkstatt 2019 und ein neues ESchulungsfahrzeug 2022 sind weitere Beispiele für eine Stärkung der Technikkompetenz in diesen zukunftsträchtigen Berufen.

Am Ende der Berufsausbildung steht die Möglichkeit der weiteren Qualifizierung. Dafür leisten eine dieses Schuljahr neu gegründete DBFH-Klasse für KFZ und IT sowie mittlerweile vier BS+ Klassen ihren Beitrag. So erhielten dieses Jahr 20 Schüler/-innen oft noch vor Abschluss ihrer Ausbildung auch ihre Fachholschulreife. Schließlich hat auch die Ausbildung des eigenen Nachwuchses im Rahmen der Studienseminare Ernährung, Metalltechnik und Sport ihren Platz an der Schule.

Um den europäischen Gedanken nicht nur zu lehren, sondern auch zu leben, engagiert sich die Schule seit dem Jahr 2020 im Rahmen des europäischen Austauschprogramms Erasmus+. Trotz zweimaliger Corona-Unterbrechung steht im Herbst 2023 schon die vierte Runde Auslandpraktika von Gastro-SchülerInnen in Italien und Spanien an. Darüber hinaus besuchen regelmäßig nationale und internationale Delegationen die Schule. Als Highlight konnte 2022 die Jugend-Nationalmannschaft der Köche ein Trainingslager in der Großküche der Berufsschule abhalten. Zu guter Letzt trägt die Berufsschule durch das individuelle Engagement des Kollegiums in den unterschiedlichsten sozialen Projekten ihren Teil zu einem funktionierenden sozialen Gefüge der Stadt bei. So fand schon wiederholt eine Stammzellen-Typisierungsaktion in Zusammenarbeit mit der DKMS statt. Schüler/-innen der BIK-Klassen trainierten mehrere Monate gemeinsam mit Mechatroniker/-innen Laufen, Radfahren und Schwimmen und nahmen mehrfach schon als gemischte Staffel am Ingolstadt Triathlon teil. Aus der Not eine Tugend machte auch der zuständige Fachbereich als 2022 die Sporthallen in Ingolstadt mit Geflüchteten aus der Ukraine belegt waren. Die Sportlehrkräfte gingen mit ihren Klassen statt in die Halle zum „Rama Dama“ in den Ringpark. Durch die Unterstützung lokaler Firmen, konnte der über die Wochen gesammelte Müll in einen Scheck über knapp 2300 Euro verwandelt werden und an eine Ingolstädter Hilfsorganisation, welche notfallmedizinisches Equipment und Medikamente ins Kriegsgebiet brachten, übergeben werden.

Im Sinne des Leitbildes „Wir kommunizieren, unterstützen, gestalten und wir leben Werte” möchte die Berufsschule 1 auch den Berufsbildungskongress 2023 in Ingolstadt willkommen heißen.

 


Berufliche Schulen der Landeshauptstadt

Auch der BV München ist Gastgeber des Kongresses in Ingolstadt

Tobias Schneider

Die beruflichen Schulen und die Schulstadt München verbindet eine über hundertjährige Geschichte. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts initiierte der visionäre Stadtschulrat Georg Kerschensteiner in der bayerischen Landeshauptstadt die Kooperation zwischen Schulen und Betrieben und legte so den Grundstein für das Duale System in Deutschland. Die Grundlage für die „Schulstadt München“ schuf Anton Fingerle, der von 1945 bis 1976 der Münchner Stadtschulrat war. In seiner 30-jährigen Amtszeit hat er die Bildungslandschaft der Landeshauptstadt maßgeblich geprägt. Neben dem Ausbau des beruflichen Schulwesens und des zweiten Bildungswegs, gehen u. a. die Gründungen des Kreisjugendrings München, die internationale Jugendbibliothek und die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit auf seine Initiative zurück. Seit Februar 2021 ist Florian Kraus Münchens Stadtschulrat und leitet das Referat für Bildung und Sport.

B wie beruflich

Das berufliche Schulsystem ist heute mit knapp 45 000 Schüler/-innen, ca. 2 500 Lehrkräften, verteilt auf 87 städtische berufliche Schulen, nicht nur die größte, sondern auch eine besonders wichtige Säule in Münchens kommunaler Bildungslandschaft und leistet dabei durch die außerordentliche Durchlässigkeit einen großen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit in der Landeshauptstadt. Diese Zahlen verdeutlichen auch, welch große Anstrengungen München in Bezug auf die Bekämpfung des Fachkräftemangels unternimmt. Im Referat für Bildung und Sport sind die sieben beruflichen Schultypen im Geschäftsbereich Berufliche Schulen organisiert, welcher von Eva Schießl geleitet wird.

B wie breites Angebot

Die beruflichen Schulen eröffnen den Absolventinnen und Absolventen der allgemeinbildenden Schulen und auch denjenigen Schüler/-innen, die einen Bildungsgang abgebrochen haben, Anschlussmöglichkeiten und unterstützen damit, die Idee des Aufstiegs durch Bildung Realität werden zu lassen.

Das Angebot des städtischen beruflichen Schulwesens in München reicht dabei von der Berufsvorbereitung und Berufsintegration für junge Menschen ohne Ausbildungsvertrag oder mangelnden Deutschkenntnissen über Berufsschulen und Berufsfachschulen, die für rund 130 Ausbildungsberufe das notwendige Knowhow vermitteln, bis zu den Fachakademien und Fachschulen mit den unterschiedlichen Formen der beruflichen Weiterqualifizierung und der Fach- und Berufsoberschule, die mit der Hochschulreife abschließt. Die städtische Schullandschaft beheimatet auch zwei Wirtschaftsschulen.

Über den Standard hinaus

Eine Besonderheit an den städtischen beruflichen Schulen ist sicherlich das Konzept von Kompetenzzentren. Durch die Bündelung einer Großstadt, ist es in München möglich, dass an einem Schulstandort eine Fachrichtung – häufig in Aus- und Weiterbildung beschult wird. Dadurch können Räume gemeinsam genutzt werden, Lehrkräfte können sich spezialisieren und Schüler/-innen können an einem Ort die Durchlässigkeit der beruflichen Bildung und ihre individuellen Aufstiegschancen wahrnehmen. Durch die Bindung an die Landeshauptstadt München haben städtische Lehrkräfte stets eine Standortsicherheit und müssen nicht fürchten, dass sie das Stadtgebiet verlassen müssen und an eine Schule außerhalb versetzt werden. Gerade für die Zukunftsplanung des Lehrpersonals ist dies ein nicht zu vernachlässigender Vorteil. Für Berufseinsteiger/-innen und neueingestellte Lehrkräfte wurde über die Jahre ein Einarbeitungskonzept erstellt, das die neuen Kolleginnen und Kollegen stadtweit bestmöglich unterstützt. Den kommunalen Lehrkräften wird vom Arbeitgeber auch der Preis für das 49-Euro-Ticket erstattet. Über die üblichen Unterstützungsangebote des Freistaats hinaus (z. B. gemeinsam.Brücken.bauen), setzt die Landeshauptstadt seit Jahren auf das Konzept der „Bedarfsorientierten Budgetierung“. Dadurch werden zusätzliche Stunden generiert, wodurch die Lehrkräfte die Heterogenität der Schüler/-innen berücksichtigen und individuell fördern können. Für die zusätzlichen Stunden, die auch kapitalisiert werden können, stellt der Stadtrat für die städtischen beruflichen Schulen jährlich 3 Millionen Euro bereit.

Im Kontext der Corona-Pandemie hat der Geschäftsbereich Berufliche Schulen vor ca. zwei Jahren den Stadtratsbeschluss den „Masterplan – junge Menschen raus aus der Pandemie“ initiiert. Dieser soll den negativen Auswirkungen von Covid-19 entgegenwirken. Bis zum Jahr 2025 wird jährlich ein hoher sechsstelliger Betrag auf die beruflichen Schulen verteilt. Durch diese Mittel sollen die Schulen selbstständig Maßnahmen durchführen, um die Folgen der Pandemie abzufedern und z. B. Aktionen finanzieren, welche die sozialen Kompetenzen der Schüler/-innen fördern und die Resilienz stärken. Eine weitere Besonderheit ist das eigene Fortbildungsinstitut, das die Landeshauptstadt München für ihr pädagogisches Personal bereitstellt. Das Pädagogische Institut- Zentrum für Kommunales Bildungsmanagement (PI-ZKB) erstellt ein umfangreiches Fortbildungsprogramm, das auf die Bedürfnisse der Metropolregion München abgestimmt ist und finanziert darüber hinaus zahlreiche schulinterne Lehrkräftefortbildungen. Ein ganz besonderes Highlight ist das städtische Fortbildungshaus in Achatswies mit wunderbarem Bergpanorama.

Am Puls der Zeit

Die beruflichen Schulen der Landeshauptstadt versuchen stets Innovationen in den Schulalltag zu integrieren. In diesem Kontext kooperieren sie auch mit der Technischen Universität München. Die Klassenzimmer sind hochmodern ausgestattet und in vielen Bereichen kommen 3D-Anwendungen zum Einsatz. Und auch die Zusammenarbeit der Kommunen wird durch die LHM vorangetrieben: Auf Initiative des Stadtschulrats Florian Kraus treffen sich die Träger der kommunalen beruflichen Schulen Bayerns in regelmäßigen Abständen mit Vertreter/-innen des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, der jeweiligen Regierungen sowie des Bayerischen Städtetags zu zentralen Themen der beruflichen Bildung zu einem Runden Tisch.