22. September 2026

VLB-Pressemitteilung

VLB begrüßt Bayerns Masterplan zur Lehrkräftebildung

Berufliche Schulen bringen ihre Erfahrungen in die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung ein

 

Mit dem gerade vorgestellten Masterplan Lehrkräftebildung wollen Kultusministerin Anna Stolz und Wissenschaftsminister Markus Blume die Ausbildung angehender Lehrkräfte in Bayern stärker an der Schulpraxis ausrichten. Im Mittelpunkt stehen ein intensiveres Praxisjahr, eine engere Verzahnung von Studium und Vorbereitungsdienst sowie neue Prüfungsformate.

Der Verband der Lehrkräfte an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) begrüßt die Zielrichtung des Masterplans. Viele der geplanten Reformansätze knüpfen an Entwicklungen an, die in der beruflichen Lehrkräftebildung bereits angestoßen wurden. Zugleich bietet der Masterplan die Chance, die bestehenden Ausbildungsstrukturen weiterzuentwickeln und die Qualität der Lehrkräftebildung über alle Phasen hinweg zu stärken.

VLB-Landesvorsitzender Pankraz Männlein: „Wir begrüßen, dass Bayern die Lehrkräftebildung konsequent weiterentwickelt und dabei die Anforderungen der schulischen Praxis stärker in den Mittelpunkt stellt. Entscheidend ist, dass angehende Lehrkräfte wissenschaftlich fundiert und zugleich praxisnah auf ihren Beruf vorbereitet werden. Die berufliche Lehrkräftebildung verfügt hier bereits über vielfältige Erfahrungen, die wir gerne in die Umsetzung des Masterplans einbringen.“

Bewährte Praxisbegleitung und Qualitätssicherung

In der beruflichen Lehrkräftebildung wurden bereits wichtige Schritte unternommen, um die wissenschaftliche Ausbildung in angemessener Weise mit der schulischen Praxis zu verzahnen und angehende Lehrkräfte auf die vielfältigen Anforderungen ihres Berufs vorzubereiten. Ein Beispiel dafür ist das Konzept der Universitätsschulen, das wissenschaftliche Ausbildung und reflektierte Schulpraxis systematisch miteinander verbindet. Auch die Expertenkommission zur Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung in Bayern verweist in ihrem Gutachten ausdrücklich auf dieses Modell aus der beruflichen Bildung und empfiehlt, es für andere Schularten aufzugreifen und weiterzuentwickeln.

Auch beim Qualitätsmanagement im Vorbereitungsdienst können die beruflichen Schulen auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen. Kultusministerin Anna Stolz verwies bei der Vorstellung des Masterplans ausdrücklich auf die dort bereits etablierten Strukturen.

Der VLB begrüßt die mit dem Masterplan angestoßenen Weiterentwicklungen, die auch der beruflichen Lehrkräftebildung neue Impulse geben. Die kontinuierliche Professionalisierung von Lehrkräften über alle Phasen der Aus-, Fort- und Weiterbildung hinweg ist dabei kein Selbstzweck: Übergeordnetes Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf die Anforderungen einer sich wandelnden Lebens- und Arbeitswelt vorzubereiten.

„Eine professionelle Lehrkräftebildung braucht wissenschaftliche Fundierung, verlässliche Praxisbegleitung und eine kontinuierliche Qualitätssicherung“, so VLB-Lehrerbildnerin Prof. Dr. Sandra Bley.

Praxisnähere Prüfungen und bessere Begleitung

Auch für angehende Lehrkräfte an beruflichen Schulen bringt der Masterplan konkrete Neuerungen. Eine Sequenzprüfung soll künftig eine der bisherigen Prüfungslehrproben ersetzen und Lern- und Kompetenzentwicklungen über mehrere Unterrichtsstunden hinweg berücksichtigen. Zudem entfällt die schriftliche Hausarbeit in der Zweiten Staatsprüfung. Bei der neuen Sequenzprüfung wird es auf die konkrete Ausgestaltung ankommen: Prüfungsumfang, Vorbereitungsaufwand und Bewertungsmaßstäbe müssen valide und an den zukünftigen beruflichen Anforderungen orientiert gestaltet werden, ohne dass zusätzliche Belastungen entstehen. Auch die angekündigten Beratungsangebote, die Resilienzförderung und das verbesserte Onboarding sollen angehende Lehrkräfte beim Übergang in den Beruf unterstützen.

Gemeinsam die Lehrkräftebildung weiterentwickeln

Der VLB wird die Umsetzung des Masterplans konstruktiv begleiten. Insbesondere gilt es, das neue Praxisjahr mit den bestehenden Ausbildungsstrukturen der beruflichen Lehrkräftebildung abzustimmen und die gemeinsame Verantwortung von Hochschulen, Studienseminaren und Schulen weiterzuentwickeln.

Damit die beruflichen Schulen ihre Erfahrungen einbringen und zugleich von den Reformen profitieren können, müssen auch ihnen die notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.Nur so können die bestehenden Ausbildungsstrukturen weiterentwickelt und die Qualität der beruflichen Lehrkräftebildung nachhaltig gestärkt werden.

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Pressekontakt: Dr. Jörg Neubauer | E-Mail: neubauer(at)vlb-bayern.de | Mobil: 0176 24337799

Das System der beruflichen Schulen in Bayern ist stark ausdifferenziert und reicht von den Berufsschulen einschließlich den Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung, über Angebote zur Berufsvorbereitung, die Berufsfachschulen, die Wirtschaftsschulen, die Fach- und Berufsoberschulen bis hin zu den Fachschulen und Fachakademien. Insgesamt werden dort über 400.000 Schülerinnen und Schüler in einer Vielzahl unterschiedlicher Bildungsgänge in den beruflichen Fachrichtungen Wirtschaft, Technik, Bekleidung, Farb- und Raumgestaltung, Gesundheit und Körperpflege, Ernährung und Hauswirtschaft bis hin zur Agrarwirtschaft von rund 33.000 Lehrkräften unterrichtet.

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